Mein Weg über die Pyrenäen gehört bis heute zu den intensivsten Erinnerungen meines Caminos.
Wenn ich an diese Etappe zurückdenke, spüre ich sofort wieder die Kälte auf meiner Haut und diesen barschen Wind, der mir dort oben entgegenpeitschte.
Ich war damals unterwegs Richtung Roncesvalles und bekam alles, was man sich für einen Pilgertag eher nicht wünscht ;-): Sturm, Regen, Nebel, Schnee und klatschnasse Kleidung. Und das mitten im Mai.
Irgendwann ging dann auch noch meine Brille kaputt…
Ich erinnere mich noch, wie hilflos ich mich in diesem Moment gefühlt habe. Alles war grau und nass und die Sicht wurde immer schlechter. Der Weg wirkte endlos und jeder Schritt kostete mich viel Kraft.

Vielleicht kennen das manche von euch auch aus dem eigenen Leben. Diese Momente, in denen der Kopf längst aufgeben möchte und trotzdem geht man weiter, Schritt für Schritt, obwohl der Weg gerade alles fordert.
Genau das habe ich auf dem Camino erfahren.
Der Weg über die Pyrenäen war für mich viel mehr als eine körperliche Herausforderung. Er war wie ein Spiegel. Denn manchmal zeigt uns das Leben erst im Sturm, wie viel Kraft wirklich in uns liegt.
Es war damals gar nicht nur mein Vertrauen in den Weg, das mich antrieb. Es war dieser tiefe Wille, diesen Weg zu gehen. Dieser innere Spirit, der mich schon so lange mit dem Camino verbunden hatte und der in diesem Moment stärker war als Kälte, Erschöpfung und Zweifel.
Und irgendwann kam ich tatsächlich an. Völlig erschöpft, durchnässt und gleichzeitig voller Dankbarkeit.❤️
Ich weiß noch, wie stolz ich in diesem Moment auf mich war, weil ich gespürt habe, was alles in mir steckt, wenn ich wirklich für etwas brenne.
Bis heute trägt mich dieses Gefühl durch herausfordernde Zeiten und erinnert mich daran, dass in mir viel mehr Kraft liegt, als ich selbst in manchen Momenten glauben kann. 💛
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