Mein Jakobsweg begann nicht erst in Saint-Jean-Pied-de-Port.
Er begann an einem frühen Morgen in Hannover.
Es war kurz nach fünf, als ich ganz allein mit meinem Rucksack an der Bushaltestelle stand und auf den Bus wartete, der mich Richtung Frankreich bringen sollte. Um mich herum war es noch still. Die Stadt schlief noch. Und plötzlich verunsicherte mich ein Gedanke: Was, wenn der Bus gar nicht kommt?
Für einen Moment fühlte ich mich ziemlich verloren dort. Allein mit meinem Rucksack und diesem großen Vorhaben, das sich in dem Augenblick viel größer anfühlte als noch am Abend zuvor.

Doch dann stellte sich jemand neben mich. Auch mit Rucksack.
Wir kamen ins Gespräch und stellten fest, dass wir beide nach Bayonne wollten – dorthin, wo unser Bus fahren sollte.
Und irgendwann bog er tatsächlich um die Ecke. Es war kein typischer Reisebus. Es war ein Arbeiterbus mit spanischen Menschen, die von Deutschland zurück in ihre Heimat fuhren. Und mitten unter ihnen saßen wir Pilger, die sich auf einen ganz eigenen Weg machten…
In diesem Moment begann mein Camino. Nicht erst später in Saint-Jean-Pied-de-Port, sondern genau dort – an dieser Bushaltestelle in Hannover.
Heute glaube ich: Große Wege beginnen selten spektakulär.
Manchmal beginnen sie ganz still. An einem frühen Morgen.
Mit einem Rucksack auf den Schultern. Und mit dem Mut, einfach einzusteigen.
Der Weg beginnt nicht dort, wo wir loslaufen – sondern dort, wo wir den Mut finden aufzubrechen.