Früh am Morgen stand ich in Hannover mit meinem Rucksack an der Bushaltestelle. Die Stadt schlief noch, während ich auf den Bus wartete, der mich Richtung Frankreich bringen sollte. Mit diesem Bus begann meine Reise zum Jakobsweg.
Was ich damals noch nicht wusste: Schon diese Fahrt würde zu einem kleinen Abenteuer werden. 😉 Es war kein typischer Reisebus. Die meisten Menschen an Bord waren auf dem Weg zurück nach Spanien oder Portugal. Nur ein anderer Pilger sprach Deutsch, mit ihm konnte ich mich ein wenig unterhalten.
Die nächsten Stunden vergingen irgendwo zwischen Müdigkeit, Neugier und dieser leisen Aufregung, wenn man sich auf etwas völlig Neues einlässt.
Zwischendurch hielten wir auf Rastplätzen. Da ging dann alles ganz schnell. Die Türen öffneten sich, alle stiegen aus. Manche gingen zur Toilette, andere holten sich schnell einen Kaffee.
Auch ich stieg aus, um mir kurz die Beine zu vertreten.
Und jedes Mal war da dieser kleine Moment der Unsicherheit:
Steigt man jetzt wirklich aus – oder fährt der Bus gleich weiter?
Viel wurde nicht erklärt. Also blieb mir nichts anderes übrig, als darauf zu vertrauen, dass der Bus noch da sein würde. Und er war es. Irgendwann, irgendwo bei Paris, mussten wir dann alle aussteigen. Unsere Rucksäcke wurden aus dem Bus geholt und geöffnet. Eine Zollkontrolle! Zwei Stunden dauerte das, bis alles wieder eingeladen war und wir weiterfahren konnten.
Erst viele Stunden später erreichten wir Bayonne. Von dort ging es für mich mit dem Bummelzug nach Saint-Jean-Pied-de-Port, dem Ort, an dem für viele Pilger der Jakobsweg beginnt.
Nach 24 Stunden Busfahrt, vielen Eindrücken und kleinen Unsicherheiten stand ich schließlich am Anfang meines Weges.
Und genau darin fand ich eine Erkenntnis:
Der Weg zeigt sich selten im Voraus. Er öffnet sich erst, wenn wir den nächsten Schritt wagen.